Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei der Regierungsbefragung im Bundestag angekündigt, die geplante Rentenreform bis Jahresende gesetzlich zu verankern. Alle 33 Vorschläge der Rentenkommission sollen vollständig umgesetzt werden – Merz bezeichnete das Paket als „Gesamtkunstwerk", das nur im Ganzen funktioniere.

Der Zeitplan ist eng: Noch vor der Sommerpause soll das Kabinett Eckpunkte beschließen, im Herbst folgt das parlamentarische Verfahren. Zu den zentralen Vorhaben zählt die Anhebung des Rentenalters auf 67,5 Jahre bis 2041. Außerdem soll eine verpflichtende Kapitalrente eingeführt werden – Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen ab 2028 jeweils ein Prozent des Bruttoeinkommens zusätzlich. Der Rentenbeitragssatz würde damit bis 2031 von heute 18,6 auf über 22 Prozent steigen.

Der Widerstand ist bereits spürbar. SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig lehnt eine Eins-zu-eins-Umsetzung öffentlich ab. Linken-Politikerin Janine Wissler nennt die Rentenalter-Anhebung eine faktische Rentenkürzung für körperlich belastende Berufe. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger beziffert die Mehrbelastung durch die Kapitalrente auf 40 Milliarden Euro jährlich.