Drohnenangriffe der Huthi-Rebellen auf saudi-arabische Ölanlagen haben den Brent-Rohölpreis – die wichtigste internationale Ölpreisreferenz – auf knapp 117 Dollar pro Barrel getrieben, den höchsten Stand seit Monaten.
Am 22. Oktober griffen die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen das Ölfeld Schaiba des staatlichen Konzerns Saudi Aramco an. Eine Drohne wurde abgeschossen, zwei Menschen starben durch Trümmerteile. Der Betrieb des Feldes blieb laut saudischem Energieministerium unbeeinträchtigt – dennoch schoss der Brent-Preis um mehr als drei Prozent nach oben.
Parallel dazu stiegen Tankerangriffe im Persischen Golf stark an: Die britische Behörde UKMTO zählte seit Monatsbeginn 32 Vorfälle, gegenüber 16 im gesamten September. Der Iran greift zudem weiterhin Schiffe an der Straße von Hormus an, durch die täglich rund 60 Schiffe Öl und Gas transportieren.
Trotz wachsender Geopolitik-Risiken normalisiert sich die Versorgung teilweise: Laut Analysedienst Kpler lagen die Rohölexporte aus der Golfregion zuletzt sogar über dem Vorkriegsniveau. Auch die IEA gab Notfallreserven frei; Deutschland kündigte die Freigabe von 15 Millionen Barrel aus nationalen Reserven an.
Die hohen Ölpreise belasten die Finanzmärkte spürbar: Der DAX verlor zum Wochenschluss 0,75 Prozent auf 25.181 Punkte, der Dow Jones fiel um 1,2 Prozent auf 52.215 Punkte. Zudem wächst die Sorge, dass steigende Energiepreise die Inflation anheizen und Zentralbanken wie Fed und EZB zu weiteren Zinserhöhungen zwingen könnten.
Ölpreis klettert auf 117 Dollar – Märkte weltweit unter Druck
Warum das wichtig ist
Steigende Ölpreise verteuern Heizöl und Treibstoff direkt – und erhöhen den Druck auf Zentralbanken, die Zinsen hochzuhalten, was Kredite und Hypotheken teurer macht.