Frankreichs zehnjährige Staatsanleihen rentierten diese Woche erstmals seit 2002 zeitweise mit mehr als fünf Prozent. Gleichzeitig stieg der Risikoaufschlag gegenüber deutschen Bundesanleihen – also der Zinsaufschlag, den Anleger für das höhere Risiko verlangen – auf rund 1,6 Prozentpunkte, den höchsten Stand seit 15 Jahren.

Hintergrund ist eine Kombination aus wachsendem Schuldenberg, politischen Unruhen und einer Haushaltskrise. Der Internationale Währungsfonds erwartet für dieses Jahr ein Haushaltsdefizit von 5,4 Prozent der Wirtschaftsleistung – fast doppelt so hoch wie die in der Eurozone erlaubten drei Prozent. Bis 2026 soll die Staatsverschuldung auf 118,5 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. Zum Vergleich: Zu Beginn der Eurokrise 2010 lag sie bei rund 86 Prozent.

Die wirtschaftlichen Folgen sind bereits messbar. Frankreichs Einkaufsmanagerindex – ein Frühindikator für Konjunktur – fiel im Oktober auf 48,4 Punkte und rutschte damit unter die Wachstumsmarke von 50. Das bremste auch den gesamten Euroraum, dessen Index auf 51,9 Punkte sank.