Erstmals seit Ende 2022 liegen die durchschnittlichen Festgeldzinsen bei allen Laufzeiten wieder über dem EZB-Einlagezins von 2,25 Prozent. Das zeigt eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox, das mehr als 800 Banken und Sparkassen untersucht hat.
Die Zahlen sind konkret: Einjähriges Festgeld bringt im Marktdurchschnitt derzeit 2,43 Prozent – Anfang März waren es noch 2,00 Prozent. Bei zwei Jahren Laufzeit stieg der Durchschnittszins von 2,07 auf 2,53 Prozent, bei zehn Jahren von 2,51 auf 2,94 Prozent. Der Grund liegt nicht allein bei der EZB. Banken müssen sich Kapital zunehmend teurer am Markt beschaffen: Der Zinssatz, zu dem sich Banken untereinander für zwölf Monate Geld leihen, kletterte seit März von 2,23 auf 2,99 Prozent. Deshalb werben sie verstärkt mit höheren Festgeldzinsen um Spareinlagen. Tagesgeld bleibt dagegen weit zurück – Bestandskunden erhalten im Schnitt nur 1,39 Prozent.
Wer Festgeld wählt, verzichtet auf Flexibilität: Das Geld ist bis zum Laufzeitende gebunden, ohne Verlustrisiko für die Anlage.
Festgeldzinsen überholen EZB-Satz – Sparer profitieren erstmals seit 2022
Warum das wichtig ist
Bei einer aktuellen Inflationsrate von 2,9 Prozent reichen selbst die gestiegenen Durchschnittszinsen noch nicht aus, um Kaufkraft real zu erhalten – die besten Einzelangebote kommen laut Verivox jedoch auf bis zu 3,20 Prozent.