Fast 90 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sparen aktiv, doch nur 18 Prozent besitzen Anlageprodukte wie Aktien, ETFs oder Fonds. Das Geld liegt – statt Rendite zu erwirtschaften – überwiegend auf gering verzinsten Bankkonten. Genau das beschreiben beide Quellen als zentrales Problem der deutschen Finanzkultur.

Die Gründe dafür sind sowohl kultureller als auch struktureller Natur. Traditionell vertrauen viele Deutsche eher dem Sparbuch als dem Kapitalmarkt. Gleichzeitig stützt sich die Altersvorsorge hierzulande stark auf die gesetzliche Rente – wer auf ein staatliches System zählen kann, hat weniger Anreiz, zusätzlich privat zu investieren. In den USA hingegen ist die Altersvorsorge deutlich stärker privat organisiert, was die Bereitschaft zur Kapitalmarktanlage erhöht.

Fachleute aus Wissenschaft und Finanzbranche sind sich einig: Ohne bessere Finanzbildung – also das Verständnis grundlegender Anlageprodukte und Marktmechanismen – bleibt dieses Muster bestehen. Besonders die Rentendebatte, so die Einschätzung, lässt sich ohne ein breiteres Wissen über Geldanlage kaum zukunftsfähig führen.