Chinas Finanzaufsicht verbietet ein jahrzehntelang übliches Finanzierungsmodell – und die Börsen reagieren sofort. Der CSI300 Real Estate Index, der chinesische Immobilienwerte bündelt, verlor am Montag 4,6 Prozent. Aktien von in Hongkong notierten Bauträgern gaben sogar um 6,5 Prozent nach. Staatlich gestützte Entwickler wie China Jinmao und Yuexiu Property brachen um mehr als 14 Prozent ein.

Der Kern der Reform: Zentralbank und Finanzaufsicht schreiben gemeinsam vor, dass Hypotheken künftig erst nach Fertigstellung eines Wohnprojekts ausgezahlt werden dürfen. Bisher finanzierten Bauträger ihre Projekte hauptsächlich über Vorverkäufe und frühzeitig ausgezahlte Hypothekendarlehen. Laut Analysten der Investmentbank Nomura machte dieses Modell im vergangenen Jahr 68 Prozent aller Neubauwohnungsverkäufe aus. Manager dreier Bauunternehmen warnten, dass dadurch 40 Prozent des operativen Cashflows – also der laufenden Einnahmen – wegfallen.

Analysten des Finanzdienstleisters Everbright Securities erwarten, dass die Regeln die Marktkonsolidierung beschleunigen. Kleine Anbieter dürften kaum überleben. Chinas Immobiliensektor steckt seit sechs Jahren in einer schweren Krise, die die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt belastet.