Nach drei Jahren und 1,5 Milliarden Euro Investition beendet Volkswagen die gemeinsame Entwicklung automatisierter Fahrsysteme mit Bosch. Die sogenannte „Automated Driving Alliance" – ein Gemeinschaftsprojekt von Bosch und VWs Softwaretochter Cariad – gilt damit als abgeschlossen. Beide Unternehmen bestätigten das Ende der Zusammenarbeit.
Gestartet hatte das Projekt 2022 unter dem damaligen VW-Chef Herbert Diess. Mehr als 1.000 Fachleute sollten eine gemeinsame Softwareplattform für Fahrerassistenzsysteme entwickeln – zunächst für Level 2 (Fahrer bleibt verantwortlich), später für Level 3 (Fahrer kann zeitweise die Kontrolle abgeben). Dazu kommt es nun nicht mehr. Die Technik sei trotz der hohen Investitionen nicht wettbewerbsfähig, hieß es. VW-Chef Oliver Blume setzt künftig auf externe Zukäufe statt Eigenentwicklung.
Die bisher entwickelten Systeme sollen dennoch verbaut werden – erstmals im Elektro-Einstiegsmodell ID.Every1, das 2027 für rund 20.000 Euro auf den Markt kommt. Kritik kommt vom Cariad-Betriebsrat: Wer Schlüsseltechnologien abgebe, verliere Know-how und Zukunftsfähigkeit.
VW beendet Bosch-Allianz beim Fahren – nach 1,5 Mrd. Euro Invest
Warum das wichtig ist
Wer 2027 einen VW ID.Every1 für rund 20.000 Euro kauft, fährt mit der letzten Technik aus dem beendeten Bosch-Projekt – neuere Assistenzsysteme kommen dann von externen Anbietern.