Nur 40 Prozent der Babyboomer treten regulär in den Ruhestand ein – das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und wirft Fragen zur Altersvorsorge auf.
Beim Jahrgang 1958, der 2025 das gesetzliche Rentenalter von 66 Jahren erreichte, bezogen lediglich 37 Prozent ihre Rente zum regulären Zeitpunkt. Rund 1,1 Millionen Menschen gingen bereits 2025 vorzeitig in Rente – teils mit Abschlägen von 0,3 Prozent pro vorgezogenem Monat.
Das Rentenrecht begünstigt den frühen Ausstieg: Wer 45 Versicherungsjahre vorweist, darf zwei Jahre vor der Regelaltersgrenze abschlagsfrei aufhören. Wer 35 Jahre versichert war, kann ab 63 mit Abschlägen gehen. Das IW warnt, dass dieser Trend den Arbeitsmarkt zusätzlich belastet.
Politisch ist die sogenannte „Rente mit 63" umstritten. Eine DIW-Analyse zeigt: Würden künftig nur Erwerbsarbeitsjahre zählen – nicht mehr Kinder- oder Pflegezeiten –, wäre jede zweite Frau, die heute früher in Rente geht, davon ausgeschlossen.
Wer Rentenlücken aus Schul- oder Studienzeiten schließen möchte, kann nachträglich Beiträge einzahlen – der Antrag muss jedoch vor dem 45. Geburtstag bei der Rentenkasse eingehen, wie die Stiftung Warentest erläutert.
Für den langfristigen Vermögensaufbau gilt die 72er-Regel als praktische Orientierung: 72 geteilt durch den Zinssatz ergibt die Jahre bis zur Verdopplung des angelegten Kapitals – bei 4 Prozent dauert das 18 Jahre, bei 7 Prozent nur gut 10 Jahre.
Ruhestand in Deutschland: Früher raus, Lücken schließen, klug sparen
Warum das wichtig ist
Wer frühzeitig Rentenlücken erkennt, Nachzahlungsmöglichkeiten nutzt und den Zinseszinseffekt versteht, kann die eigene Altersvorsorge spürbar verbessern.