Das Bundeswirtschaftsministerium unter Katherina Reiche (CDU) will Brennstofflieferanten ab 2028 verpflichten, privaten Haushalten einen wachsenden Anteil klimafreundlicher Gase und Öle zu liefern. Die sogenannte Grüngasquote startet bei einem Prozent und steigt bis 2045 auf 100 Prozent. Industrie und Gewerbe sind laut dem Eckpunktepapier des Ministeriums ausgenommen.
Die Quote ergänzt das neue Gebäudemodernisierungsgesetz – die Reform des bisherigen Heizungsgesetzes. Konkret heißt das: Nicht Hausbesitzer, sondern Energieversorger stehen in der Pflicht. Angerechnet werden können Biomethan, Bioöl sowie grüner und kohlenstoffarmer Wasserstoff. Das Ministerium erwartet dadurch bis 2030 zusätzliche Einsparungen von zwei Millionen Tonnen CO₂.
Kritik kommt vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU). Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing warnt vor Engpässen bei grünen Brennstoffen und möglichen Preissteigerungen. Er fordert eine Biomethanstrategie, die sowohl heimische Produktion als auch Importe ausbaut. Das Ministerium hält dagegen: Verfügbare Potenziale reichten aus, bei erheblichen Engpässen könne der Quotenanstieg angepasst werden.
Reiche plant Grüngasquote ab 2028 – Industrie bleibt außen vor
Warum das wichtig ist
Wer zuhause eine Gas- oder Ölheizung betreibt, muss ab 2028 damit rechnen, dass der Brennstoff teurer wird – wie stark, hängt davon ab, wie viel klimafreundliches Gas tatsächlich verfügbar ist.