Volkswagen steuert auf eine offene Konfrontation zu. Der niedersächsische IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger warnte den Konzernvorstand deutlich: „Wenn der Vorstand diesen Konflikt sucht, wird er ihn bekommen." Auslöser ist ein Medienbericht, wonach der VW-Vorstand einstimmig beschlossen hat, die Produktion in vier deutschen Werken schrittweise zu beenden – Emden und Zwickau 2031, Hannover 2032 und das Audi-Werk Neckarsulm 2034.
Hintergrund ist das sogenannte „Zielbild 2030": Der bereits laufende Stellenabbau von 50.000 Arbeitsplätzen bis 2030 reicht dem Management um Konzernchef Oliver Blume nicht aus. Finanzvorstand Arno Antlitz betonte bei einer Betriebsversammlung in Hannover, die Fabrikkosten dort lägen trotz bisheriger Einsparungen weiterhin deutlich über dem europäischen Vergleich. Am Freitag tagt der Aufsichtsrat – drei konkurrierende Beschlussentwürfe liegen vor: vom Vorstand, von der Arbeitnehmerseite und vom Land Niedersachsen, das mit 20 Prozent an VW beteiligt ist. Kommt keine Einigung, bereitet der Vorstand laut Berichten eine außerordentliche Hauptversammlung vor, bei der die Aktionäre direkt über das Sparpaket abstimmen sollen.
IG Metall droht VW mit Konflikt – vier Werke vor dem Aus
Warum das wichtig ist
Für rund 50.000 Beschäftigte an den vier betroffenen Standorten entscheidet die Aufsichtsratssitzung am Freitag über die Zukunft ihrer Arbeitsplätze.