Die Europäische Zentralbank steht der geplanten Übernahme der Commerzbank durch den italienischen Konzern UniCredit grundsätzlich positiv gegenüber. Aus einem vertraulichen Dokument, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, geht hervor: Die EZB sieht „keinen Grund zur Ablehnung" der Transaktion. UniCredit hatte sich per Aktientausch – einem Verfahren, bei dem eigene Aktien gegen fremde getauscht werden – überraschend 48 Prozent der Commerzbank-Anteile gesichert, obwohl der Vorstand der Frankfurter Bank erbitterten Widerstand leistete.

Trotzdem ist die Zustimmung nicht ohne Vorbehalte. Die EZB warnt in dem Dokument vor einem „herausfordernden und langwierigen" Integrationsprozess. Besonders die deutsche Finanzaufsicht BaFin übte in der Sitzung vom Juni scharfe Kritik: UniCredit habe sich „aggressiv und teilweise intransparent" verhalten und damit Management, Belegschaft und Politik befremdet. Die BaFin fordert deshalb eine glaubwürdige Strategie zur Vertrauensbildung sowie eine Stärkung des Verwaltungsrats.

Die endgültige Prüfung durch die EZB ist für September oder Oktober geplant. UniCredit hat inzwischen fehlende Unterlagen nachgereicht.