Die Inflation im Euroraum ist im Juni auf 2,8 Prozent gesunken – nach 3,2 Prozent im Mai. Das zeigt eine Schnellschätzung des EU-Statistikamts Eurostat. Ökonomen hatten im Schnitt nur einen Rückgang auf 3,0 Prozent erwartet.
Haupttreiber des Rückgangs ist der gefallene Ölpreis. Mit der Entspannung im Iran-Konflikt sank der Preis für ein Barrel Brent-Öl von zeitweise rund 120 Dollar auf zuletzt rund 73 Dollar – also zurück auf Vorkrisenniveau. Energie verteuerte sich im Juni noch um 8,7 Prozent, nach 10,8 Prozent im Mai. Die Kernteuerungsrate – sie klammert schwankungsanfällige Energie- und Lebensmittelpreise aus – fiel um 0,2 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent.
Trotzdem bleibt die EZB, die eine Teuerung von 2,0 Prozent anstrebt, in Alarmbereitschaft. Bundesbankpräsident Joachim Nagel warnte beim Notenbankforum im portugiesischen Sintra: „Die Inflation ist immer noch zu hoch." Er halte sich alle Optionen offen. Die EZB hatte im Juni erstmals seit fast drei Jahren den Leitzins angehoben und entscheidet als nächstes am 23. Juli über ihr weiteres Vorgehen.
Euroraum-Inflation fällt auf 2,8 Prozent – stärker als erwartet
Warum das wichtig ist
Wer in Deutschland einen Kredit plant oder Ersparnisse hat, sollte wissen: Der EZB-Einlagenzins liegt nach der Juni-Erhöhung bei 2,25 Prozent – und eine weitere Anhebung im Juli ist nicht ausgeschlossen.