Die Europäische Zentralbank (EZB) steht vor einer komplexen geldpolitischen Entscheidung angesichts steigender Energiepreise. Experten sehen die Notenbank unter Druck, auf den anhaltenden Energiepreisschock zu reagieren. Die Zinsen in der Eurozone könnten dadurch wieder ansteigen, wenn die EZB ein deutliches Signal gegen die Preisentwicklung setzen will.

Gleichzeitig zeigt sich am deutschen Kraftstoffmarkt die Dramatik der Energiekrise: Raffinerien verkaufen Superbenzin derzeit sogar unter den Herstellungskosten. Bei Diesel und Kerosin ist ein globaler Bieterstreit entbrannt, der die Versorgungslage verschärft. Ob diese Kraftstoffe in Deutschland knapp werden, hängt davon ab, wie viel Verbraucher bereit sind zu zahlen.

Die EZB muss nun abwägen zwischen der Bekämpfung der Inflation durch höhere Zinsen und den wirtschaftlichen Belastungen, die bereits durch die Energiekrise entstehen. Eine Zinserhöhung würde Kredite verteuern und könnte die Konjunktur zusätzlich belasten.