Knapp drei Monate vor Heiligabend läuft im Schokoladenwerk Ruth in Bochum die Produktion von Weihnachtsfiguren auf Hochtouren. Nikoläuse, Adventskalender, Weihnachtsbären und Tannenbäume entstehen dort bereits seit dem Sommer – zu 70 Prozent in Handarbeit, nur zu 30 Prozent maschinell. Das erklärt Geschäftsführer Max Ruth.

Der frühe Start hat einen klaren Grund: Der Lebensmittelhandel legt seine Bestelltermine für saisonale Produkte häufig schon im Frühjahr oder Frühsommer fest, wie Alina Thieme vom Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels erklärt. Ab September steigt die Nachfrage nach Weihnachtssüßwaren spürbar an. Die Produktion muss also lange vorher anlaufen.

Konkret heißt das: Mitarbeiterinnen pinseln einzelne Farbschichten in Formen, füllen flüssige Schokolade ein und lassen die Figuren auf einem Karussell aushärten. Nikolausköpfe gelten laut Geschäftsführer Ruth als „Rennerartikel". Gleichzeitig drücken gestiegene Kakao-Rohstoffkosten auf die Branche – Verbraucher griffen zuletzt wegen höherer Preise seltener zu Schokoladenprodukten.