Die deutsche Baubranche erlebt einen deutlichen Rückschlag: Im Juli sanken die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe – also dem Kernbereich der Bauwirtschaft – kalender- und saisonbereinigt um 9,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. Sowohl der Hochbau, der vor allem den Wohnungsbau umfasst, verlor 8,4 Prozent, als auch der Tiefbau mit Straßen- und Brückenbau gab um zehn Prozent nach.

Trotzdem hält sich der Umsatz noch: Im Juli steigerte die Branche ihren Erlös preisbereinigt um 4,6 Prozent zum Vorjahresmonat – nominal auf 12,1 Milliarden Euro. Der Grund: Betriebe arbeiten noch ältere Aufträge ab. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Baugewerbeverbands ZDB, warnt jedoch: „Die Auftragsbücher werden dünner." Gestiegene Zinsen und höhere Baupreise belasten zusätzlich.

Besonders kritisch ist die Fördersituation: Die Sonderförderung für energieeffiziente EH-55-Neubauten läuft Ende 2026 aus, für 2027 drohen Kürzungen beim Neubau-Etat. Wie die Förderung ab Januar aussieht, ist laut Pakleppa weiterhin unklar – eine Förderlücke bis Sommer 2027 sei möglich.